SUMPFPOST FÜR DIE SPASSGESELLSCHAFT



Liebe Leser!

Sie befinden sich auf den Seiten von Sumpfpost Online, auf denen Sie schon mal einige Texte exklusiv  lesen dürfen. Mit dem SPND haben wir außerdem einen Nachrichtendienst freigeschaltet, der aktuelle Meldungen von einer Brisanz, die nicht nur unter den Nägeln brennt im Minutentakt ausspuckt. Im Kulturteil wird dagegen über kulturelle Themen berichtet und jährlich mindestens 2 mal aktualisiert, schauen Sie ruhig mal rein! Da die Produktion einer Tageszeitung unser Budget übersteigt, erscheint die Sumpfpost derzeit nur im Internet. Bedanken Sie sich dafür beim Raubtierkapitalismus! 

Herzlichst, Ihr Gregor Mothes

             
Gregor Mothes, Herausgeber der Sumpfpost  


Sumpfpost, was ist das eigentlich? - Ein Erklärungsversuch

Die Klamm des Kamnitzbaches stellt im mitteleuropäischen Raum ein einzigartiges Beispiel eines canonartigen Tales mit ausgeprägter Vegetationsumkehrung dar. Diese wird durch die Ansammlung der kühlen Luft unten in der Schlucht verursacht, was sich durch das Vorkommen einer Reihe von submontanen und montanen Arten in extrem niedrigen Lagen, oft unter 200 m über dem Meeresspiegel, bemerkbar macht. So finden wir hier z.B. das Zweiblättrige Veilchen (Viola billora), den Siebenstern (Trientalis europaea) oder die gemeine Fichte (Picea abies).
Auffällig ist auch eine große Anhäufung von Moos- Farnarten, z.B. des Rippenfarns (Blechnum spicant), der Tannen- Teufelsklaue (Huperzia selago) oder es sprossenden Bärlappes (Lycopodium annotinum).
Die Vegetation der Schluchtsohle wird von einem Tannen-Fichten-Buchenwald mit eingestreutem Bergahorn gebildet. Dort, wo die enge Klamm die Bildung einer breiteren Aue ermöglichte, blieben Fragmente eines subkontinentalen Erlen-Eschenauenwaldes (Arunco sylvestris-Alnetum glutinosae) mit der charakteristischen Art Wald-Geißbart (Aruncus sylvestris) erhalten.
Die extremen Standorte der Felsenriffe werden von acidophilen Kiefernwäldern mit eingestreuter Birke bewachsen. Diese, vom Menschen wenig beeinflussten und deswegen sehr wertvollen Ökosysteme, werden seit einigen Jahren stark von der vordringenden und nicht heimischen Weymouthskiefer (Pinus strobus) bedrängt.
Ökologisch unterscheiden sich die trockenen acidophilen Kiefernwälder an den sonnenreichen und südexponierten Standorten von einer feuchten Ausbildungsform dieser Kiefernwälder an den schattigen nördlichen Standorten.
Der Sumpfpost stellt eine typische Pflanze der Böhmischen-Sächsischen Schweiz dar und gehört zu den geschützten Arten in der Tschechischen Republik.
An die Kiefernwälder der Felsriffe schließen sich an wenigen steilen Hängen die bodensauren Buchenwälder an, auf den Ebenheiten finden wir Kiefern- Eichenwald mit typischen Preisel- und Heidelbeersträuchern.

Quelle: www.wandern-saechsische-schweiz.de

Sumpfpost, was ist das eigentlich? - Ein weiterer Erklärungsversuch

Wer die Heimchen im Hause vertilgen will, muss an einem Donnerstagabend eine fangen, in ein Läppchen gewickelt zwischen zwei Sandalen legen, so dass die vom rechten Fuss unten und vom linken oben ist, diese fest zusammen binden, mit dem Hackenende voran auf einen Kreuzweg tragen und dort bei Gesang eines Begräbnissliedes verscharren. - Andere nehmen auch moderndes Gebein von drei Pferden, Sumpfpost und Ebereschenholz, und machen damit, indem sie Alles zusammen im Ofen verbrennen, einen tüchtigen Rauch. Während des Säens muss Jeder sich stillschweigend verhalten, sonst hören es die Vögel und fressen das Gesäete weg. Sonst noch ist beim Säen Vieles zu beobachten, damit das Gesäete gut wächst und gute Ernte giebt. In den Samensack legt man Salz, damit nicht der Böse hinein kriecht und das Keimen stört. - Man hält auch in demselben oder in dem Samengefässe Eisen, Stahl oder Silber, um das Feld gegen Würmer und anderen Schaden zu bewahren; auch darf man beide nicht in ein Gebäude mit einer Feuerstelle bringen. - Ist der Sack mit dem Saatkorn auf das Feld gebracht, so legt man ein Stück Rasen darauf gegen das Unkraut. - Der Säemann muss einen silbernen Ring am Finger und ein Beil im Gürtel haben und drei Mal mit der linken Hand werfen. - Ein probates Mittel zur Erlangung einer guten Ernte soll auch diess sein: man legt in ein Gefäss etwas Saatkorn, Salz, Erde und Wasser, betet darüber drei Vaterunser in einem Athem und so, dass der Athem darüber hin geht, und diess mischt man dann unter den Samen.

"Aus dem innerem und äusseren Leben der Ehsten", F. J. Wiedemann, XVIII. Verschiedene abergläubische Gebräuche und abergläubische Vorstellungen von Ursachen und Wirkungen  

 

Sumpfpost, was ist das eigentlich? - Ein abermaliger Erklärungsversuch


Der Porsch, des -es, plur. inus. ein Nahme verschiedener Pflanzen, welche gemeiniglich einen starken betäubenden Geruch haben. 1) Einer Pflanze, welche in den Sümpfen des mitternächtigen Europa wohnet, einen widrigen stinkenden Geruch hat, und zuweilen statt des Hopfens zum Biere gebraucht wird, welches aber alsdann rauscht und heftige Kopfschmerzen verursacht; Ledum palustre L. in Niedersachsen Post, Schweinepost, in andern Gegenden Kühnpost, Kühnrost, Sumpfpost, Poß, Porst, wilder Rosmarin, weiße Heide, Mottenkraut, weil es die Motten vertreibt, Mutterkraut. 2) Einer Pflanze, welche gleichfalls in den feuchten Gegenden des mitternächtigen Europa wächst, einen starken den Kopf einnehmenden Geruch hat, und in den nördlichen Gegenden gleichfalls statt des Hopfens zum Biere genommen wird, welches aber davon widrig bitter wird und Kopfschmerzen zurück läßt; Myrica Gale L. Porst, Norw. Pors, Engl. Gale, Sweat Gale. 3) Einer Pflanze, welche in den Europäischen Hainen wächst, und unter dem Nahmen der Bärenklau und Bärwurz am bekanntesten ist; Heracleum Sphondylium L. Porst, in Preußen Bartsch. Bey einigen Schriftstellern kommt 4) auch der Kellerhals, Daphne Mezereum L. welcher bey den ältern Kräuterkennern Thymelaea heißt, unter diesem Nahmen vor.

Quelle: www.zeno.org



 

Die Redaktion im engsten Kreis

 

Oktober 2008


Ein Denkmal für den Führer

Christian Führer, leitender Pfarrer der Leipziger Nikolaikirche, ist heute morgen pausenlos unterwegs, um für seine Forderung zu werben, das neue Einheitsdenkmal nach Leipzig zu holen. Doch wohin er auch kommt, fast überall zeigt die Website des ZDF-Morgenmagazins das Dialogfenster mit dem Hinweis: "Sie haben bereits abgestimmt, Herr Führer" an.
"Das kann doch nicht sein! Habe ich wirklich schon an jedem verfluchten Computer dieser verdammten Stadt gesessen?", ruft der Pfarrer wütend, hält kurz inne und murmelt dann eine Entschuldigung gen Himmel.
Dennoch hat er schon jetzt viel erreicht: Leipzig hat in der Online-Umfrage, wo das geplante Denkmal für die deutsche Einheit aufgestellt werden soll, deutlich die Nase vorn. Gegen den wilden Aktionismus des radikalen Protestanten können auch die drei ausländischen Studenten nichts ausrichten, die sich in der Livesendung des "Morgenmagazins" einhellig für Berlin als Ort des Denkmals aussprechen, weil sie von Leipzig noch nie etwas gehört haben. Bestechende 86 Prozent stehen mickrigen 16 Prozent für die Hauptstadt entgegen.
Sollte die Stadt es gegen alle Erwartung schaffen, sich mit ihrem Wunsch durchzusetzen, möchte sie allerdings ihren eigenen Entwurf aufstellen. Drei Vorschläge sind in die engere Wahl gekommen. Der erste: ein 120 Zentimeter hoher Pfeiler, der vor dem Gewandhaus installiert werden soll und auf Knopfdruck O-Töne der Montagsdemo vom 9. Oktober 1989 abspielt. Diesem Entwurf werden jedoch nur geringe Chancen eingeräumt, da die Aufnahmen ("Schdosie räus", "Mior sinn dos Volg" oder "Schliesd eisch on") sich "einfach scheiße peinlich anhören", wie ein Sprecher der Stadt einräumt.
Dabei hätte die Idee einen großen Vorteil: Da das Mahnmahl sowieso schon aussieht wie eine Notrufsäule, wollen die Entwickler daran außer dem Knopf "Geschichte" gleich noch einen "SOS"-Button anbringen, der es Ausländern ermöglicht, bei allzu ausgelassenen Einheitsfeiern, Fußballspielen der sechsten Liga oder ganz normalen Naziaufläufen um Hilfe zu rufen.
Ein Vorschlag, den auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee als ehemaliger Leipziger Oberbürgermeister unterstützt, ist die originalgetreue Darstellung der Montagsdemo vom 9. Oktober 1989 auf dem Innenstadtring. "Hier könnten tausende von Arbeitsplätzen entstehen, vor allem im Bildhauerbereich. 70.000 Plastiken plus Stasi, Vopos und Laster, stellen Sie sich das mal vor! Des Weiteren hätten wir wieder ein beispielloses Infrastrukturvorhaben für Leipzig", freut sich der Verkehrsminister, der zuletzt das Transrapid- projekt in München wegen zu hoher Kosten kritisiert hatte.
"Schließlich müssten wir ja dann über das Denkmal eine weitere Hochstraße bauen - oder umgekehrt: Wir graben untendrunter einen neuen Citytunnel, das ist der Wahnsinn, ich glaub, ich kreisch gleich!", verliert Tiefensee endgültig jede Contenance.
Der sicherlich etwas billigere, aber nicht minder größenwahnsinnige dritte Entwurf kommt von Christian Führer selbst: eine überdimensionale Plastik des Pfarrers, der am 9. Oktober 1989 die friedlichen Massen von seiner Nikolaikirche aus einmal um den Ring führte und damit die SED-Führung zur totalen Kapitulation zwang. Die Statue soll auf einem zwölf Meter hohen Sockel stehen und den rechten Arm prophetisch in die Ferne recken. Aufgestellt werden soll sie gleich am Bahnhofsvorplatz, kleinere Abdrücke davon werden an zwölf weiteren Orten der Messestadt platziert, "damit die Leipziger und ihre Gäste gefälligst im Gedächtnis behalten, wem sie die ganze Scheiße zu verdanken haben", sagt der Hardcore-Lutheraner und lacht irre.
Auch Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung verteidigt das Modell: "Hier haben wir die einmalige Gelegenheit, zu zeigen, dass es in der deutschen Geschichte nicht nur schlechte Führer gab." Zunächst muss Führer aber weiter für Leipzig Stimmung machen. "Und das geht erst mal am besten bei dieser Meinungs- umfrage", sagt er gehetzt und steigt auf sein Fahrrad. Es gibt kaum einen Rechner in
Leipzig, an dem der engagierte Einzelkämpfer noch nicht gesessen hat. "Aber einen werde ich schon noch finden. Der Führer will weiter kämpfen. Für Leipzig, für Deutschland und seinen Endsieg: das Einheitsdenkmal. Man kann nur hoffen und beten, dass er damit nicht noch einmal durchkommt.


Wo soll das Denkmal hin? 
Auch Rostock hat sich mit 
einem Entwurf beworben

 

Die neue Strategie der Neonazis: Aktionen mit nationaler Symbolkraft!


2. Juni 2007, Berlin:
150 Neonazis marschieren mit ihrem Chef, dem NPD-Vorsitzenden Udo Voigt durch das Brandenburger Tor in Berlin und lassen sich anschließend mit einer NPD-Fahne davor ablichten. Die Demonstration, die sich gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm richtet und auf der „wie damals im Schein der Fackeln“ Sprechchöre gegen Globalisierung ertönen, wird in der Szene als Erfolg mit großer Symbolkraft bejubelt.
„Bald wird es in Deutschland um die Mittagszeit auch wieder dunkel genug für Fackeln sein“, unken einige Kameraden im „Nationalen Forum“.  


Auftakt der neuen Ekeloffensive am 2.Juni in Berlin. 
Rechts an der Fahne: Udo Voigt mit Rotzbremse 

21. Juni, Sachsen Anhalt: Ein lokales Bündnis aus Linkspartei, Polizei, Ordnungsamt und  NPD feiert in Pretzien (Sachsen-Anhalt) eine Sonnenwendefeier unter dem Motto: „Globalisierung nein, zumindest nicht in Sachsen Anhalt!“ Niemand wundert sich, als gegen 22.30 eine Ausgabe des „Spiegel“ verbrannt wird. Begründung: „Da  ist kein Hitler drauf!“
Während NPD-Vorsitzender Voigt und mehrere Neonazis medienwirksam eine NPD-Fahne ins Bild halten, geben die Vertreter von Linkspartei und Ordnungsamt Spiegel-Reportern gegenüber an, den „Spiegel“ bisher nicht gekannt und deshalb auch keine Ahnung über die Tragweite des Ereignisses gehabt zu haben. Ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr: „Aber in der Sache haben wir doch recht!“

14. Juli 2007, Paris: 20 Neonazis marschieren mit NPD-Chef Udo Voigt und mehreren Journalisten die Champs-Elysees entlang und posieren an Eifelturm, Triumphbogen und anderen markanten Punkten hinter ihrer Fahne.
Später weist Voigt den Reportern gegenüber auf die Vorzüge der Globalisierung hin: „Zwischen 1933 und 1945 haben wir selbst enorm viel für die Globalisierung getan.“ Im nationalen Forum wird die Aktion kontrovers diskutiert, bis ein Kamerad vorsichtig anmerkt: „Anstatt zu diskutieren, ob wir für oder gegen Globalisierung sind, sollten wir vielleicht zuerst einmal die Fahne waschen.“ 

  1. September 2007, Ostsee/ Polen: Ca. 35 Neonazis und NPD-Chef Udo Voigt schippern mit einem vermutlich gemieteten Ausflugsdampfer auf die Danziger Westerplatte zu und geben, während ein Kamerad pressewirksam eine NPD-Fahne hisst, mehrere Schreckschüsse ab. Durch ein Megaphon sagt Voigt irgendwas mit Polen und Globalisierung durch, durch den Wind versteht man nur die Worte „Jetzt erst recht!“  „Schon 15.45 Uhr wurde von der polnischen Marine zurückgeschossen“, wird es später in der Presse heißen. Fazit: Ein Leck im Kopf des NPD-Vorsitzenden, ein Loch in der  NPD-Fahne. „Odin“ schreibt im „Nationalen Forum“: Super gelungene Action, wirklich cool, aber die Fahne is echt langsam ne Zumutung.“

  11. September, Kabul: 8 Neonazis, darunter der Vorsitzende der NPD Udo Voigt, lassen sich in Kabul (Afghanistan) „als Zeichen des nationalen Widerstands gegen die Vorherrschaft des internationalen USA-Finanzkapitals am 11. September symbolisch mit irgendwelchen Taliban“ ablichten, wie es in einer internen Voraberklärung zu der globalisierungskritischen Aktion im „Nationalen Forum“ heißt. Die Mudschaheddin sind begeistert von der verdreckten Fahne, grinsen zahnlos in die Kamera und geben Freudenschüsse in die Luft ab. Fazit: 2 weitere Löcher in der NPD-Fahne, 2 Neonazis kriegen Malaria (vom kiffen).

10. Oktober 2007, New York: „Die Schaltzentrale der Globalisierung angreifen!“ Unter diesem Motto demonstrieren aufgrund der hohen Flugpreise nur 3 Neonazis am 10. Oktober in Manhattan. Die Zusammenkunft findet im Gewühl des „Big Apple“ jedoch kaum Beachtung. Lediglich ein schwarzer  Taxifahrer spricht das erbärmliche Häufchen an. „Hey Guys! Nice flag, maybe va little bit dirty, ha? We have an NPD too, the NYPD!“, ruft er und weist grinsend auf drei sich nähernde Polizisten. Die Aktion endet wegen Schwachsinns in der Gummizelle. 

9. November 2007, Tel Aviv: „Israelis wehrt euch! Kauft nicht bei Juden!“ Mit solchen Schildern marschiert die NPD am 9.November durch die Straßen von Tel Aviv. „Die Juden sind die Anführer der Globalisierung. Erst wollten sie die Globalisierung bei uns in Deutschland einführen und jetzt versuchen sie es hier in Israel“, ist auf einem Flugblatt zu lesen. Krönender Abschluss der Aktion: Am Abend wird  medienwirksam eine Scheibe zertrümmert, direkt vor Ort steht NPD-Vorsitzender Udo Voigt mit Tropenhut und einigen Kameraden hinter der NPD Fahne.
„Die muffelt aber“, lautet die Reaktion der genervten Passanten.

  24.12. 2007, Herne, Marktplatz: 3 Neonazis lassen sich von einem vierten Neonazi mit Weihnachtsmannmützen und einer mächtigen Alkoholfahne vor einem Christbaum auf dem Marktplatz von Herne ablichten. „Ich muss schon wieder aufs Klo! Diese Scheiß Klobalisierung!“, ruft einer der Aktivisten.  Die Aktion scheitert jedoch, weil der Fotograf die Kamera öffnet, um die „Negative zu entfernen, damit ein positives Bild bleibt“.
„Ihr Trottel! Wieso stopft ihr auch einen Film in die Elektrokamera“*, werden die Trottel später im „Nationalen Forum“ beschimpft.

13. Februar 2008, Dresden: Während der Gedenkveranstaltung für die Opfer von Globalisierung und Bombenholocaust in Dresden lässt sich NPD-Vorsitzender Udo Voigt von ARD-Reportern weinend mit seiner Rotzfahne fotografieren. Diese Aktion ist der vorläufige Höhepunkt der NPD-Schmutzkampagne. Später wird festgestellt: Die Fahne wurde nicht ein einziges Mal gewaschen! Puh, ist das eklig! Das BKA ermittelt wegen Terrors mit Biowaffen.

* Elektrokamera: NPD-Jargon für Digitalkamera, Anm. der Redaktion

 

 

 Uwe Struwe

 

 

23.04.2007

Der letzte Siegeszug der Postmoderne


 

 

Aus der Kippenschachtel zitiert

"Nur bei ORIGINALPRODUKTEN, die Sie im regulären Handel erwerben, können Sie sich auf die gewohnte QUALITÄT verlassen. Rauchen kann tödlich sein."


Sachsens neue Maßregeln

Aus Anlass der jüngsten Entführung eines Kindes in Leipzig hat Sachsens Innenminister Albrecht Buttolo einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, der solche Taten in Zukunft ausschließen und die Bevölkerung besser schützen soll. Darin werden neue Maßstäbe für den Umgang einer offenen Gesellschaft mit solchen Tätern gesetzt: Diese sollen jeden ihrer Schritte offen legen und die Gesellschaft darüber informieren.
Der erste von fünf Hauptpunkten des Papiers betrifft die Maßnahmen zur Überwachung. Vom Tag der Haftentlassung an wird der mit einer elektronischen Fußfessel ausgestattete Täter von zwei Justizvollzugsbeamten begleitet. Jede Handlung wird beobachtet, verdächtige Situationen können sofort erkannt und im Ansatz verhindert werden. Zusätzlich filmen die Beamten den Täter mit einer Videokamera.

Um die lückenlose Überwachung zu gewährleisten, mieten die beiden Kontaktbeamten in Sicht- und Hörweite des Straftäters eine konspirative Wohnung an, in der Wohnung des Täters selbst werden weitere Überwachungskameras angebracht.
Bewegungen, Verhaltensweisen und sonstige Signale werden anhand der Aufzeichnungen von einer 36köpfigen Ermittlungskommission, bestehend aus Fahndern, Psychologen, Sozialpädagogen, Pfarrern und Eltern ausgewertet und katalogisiert. So entsteht ein exaktes Täterprofil.

Ein erweitertes Betretungsrecht ermöglicht unmittelbaren Zutritt in die Wohnräume des Sexualstraftäters, um nach potentiellen Opfern von Sexualstraftaten zu suchen. Aber auch bei ihren täglichen präventiven Kontrollbesuchen fahnden die Kontaktbeamten auf dem Schreibtisch, im Schlafzimmer oder Kühlschrank des Täters nach ermittlungsrelevanten Anhaltspunkten.
Neu an Buttolos Konzept ist auch, dass die Zivilgesellschaft in die Prävention eingebunden wird: die Adresse der nach der Entlassung bezogenen Mietwohnung des Sexualstraftäters wird in einer für jedermann zugänglichen Sexualstraftäterdatei veröffentlicht. Die Datei kann dann unter anderem auf einer Website abgerufen und heruntergeladen werden. Auch aktuelle Bilder der Überwachungskameras stehen darauf bereit, damit der Bürger jederzeit über den Aufenthaltsort des Täters informiert ist und sehen kann, welche Kleidung er gerade trägt. Zudem soll es einen Tag in der Woche geben (am besten am Wochenende), an dem besorgte Bürger die Wohnung des Täters besichtigen und sich selbst ein Bild machen können, welche Gefahr von ihm gerade ausgeht.
Außer der Veröffentlichung im Internet sollen Bekanntmachungen in den Einkaufsmärkten der betroffenen Einzugsgebiete und große Anzeigen in den lokalen und überregionalen Boulevardzeitungen auf den gefährlichen Nachbarn hinweisen.
Auch Umzüge des Täters werden sofort der Öffentlichkeit mitgeteilt. Hierbei spielt die Nutzung des kommunalen Melderegisters eine wesentliche Rolle. Jeder Umzug des Täters wird sofort in das polizeiliche Auskunftssystem Sachsen eingearbeitet. Von dort aus gelangen die Informationen dann direkt auf die Website und werden ausgehängt. Ein kleiner Vorteil für den Täter könnte sich hierbei ergeben: zieht er weg, werden ihm womöglich erleichterte Bürger beim Umzug helfen.

Eine Selbstverständlichkeit gegenüber den Neuerungen, die der Plan des sächsischen Innenministers bereithält, sollte die im letzten Absatz des Maßnahmenpapiers geforderte generelle Erhebung von DNA-Daten bei erkennungsdienstlichen Maßnahmen darstellen. Obwohl dieses Verfahren in der polizeilichen Ermittlungsarbeit ohnehin schon in weiten Landesteilen und angewendet auf die verschiedensten Delikte standardisiert wurde, wies Buttolo noch einmal auf die enorme Wichtigkeit dieser Ermittlungshilfe gerade bei aus der Haft Entlassenen Sexualstraftätern hin. Schon die Möglichkeit eines Anfangsverdachts sollte genügen, um eine Speichelprobe verlangen zu dürfen.

Die Vorteile von Buttolos Maßnahmenkatalog liegen auf der Hand: Folgeverbrechen können nun gänzlich ausgeschlossen werden, die Eltern haben den Täter im Auge und die Gewalt wird wieder reine Familiensache.
Wenn sich das Konzept bewährt und die Sexualstraftäter ausgeschaltet sind, sollte es auch auf Bankräuber, Ladendiebe und Raucher angewendet werden.

 

 

                                  

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